DIE LAGE DER IT-SICHERHEIT IN DEUTSCHLAND 2020 | ZIELGRUPPENSPEZIFISCHE ERKENNTNISSE UND LÖSUNGEN ihre Produkte zu implementieren und diese für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent zu machen. Der Hersteller soll dadurch unterstützt werden, die Resilienz eines Produkts über den vollständigen Lebenszyklus des Geräts sicherzustellen. Ein wesentliches Merkmal ist dabei die unverzügliche Behebung auftretender kritischer Sicherheitslücken. Die erste Produktklasse für das IT-Sicherheitskennzeichen sollen Breitband-Router sein, zu denen das BSI bereits im vergangenen Jahr eine Technische Richtlinie veröffentlicht hat. Die zugehörige Prüfspezifikation zum Nachweis der Erfüllung der Anforderungen steht ebenfalls kurz vor der Veröffentlichung. 2.1.4 Gesellschaftlicher Dialog für Cyber-Sicherheit Der gesamtgesellschaftliche Dialog ist für das BSI ein zentrales Instrument, um den Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf Informationssicherheit und so den Stellenwert des Themas in der Gesellschaft insgesamt zu fördern. Er bricht die sonst eher geschlossenen Diskursgruppen auf und ermöglicht so den gemeinsamen Austausch aller gesellschaftlichen Akteure darüber, wie eine sichere Informationsgesellschaft gestaltet werden kann. Dabei möchte das BSI vor allem den Dialog mit der organisierten Zivilgesellschaft stärken und Impulse für die eigene Arbeit aufnehmen. Als organisierte Zivilgesellschaft wird ein gesellschaftlicher Bereich zwischen dem staatlichen, dem wirtschaftlichen und dem privaten Sektor verstanden. Der Bereich umfasst die Gesamtheit des gesellschaftlichen Engagements – zum Beispiel in Vereinen, Verbänden und anderen Formen von Initiativen und Bewegungen - und zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Aktivitäten weder profitorientiert noch abhängig von parteipolitischen Interessen sind. Auf Grundlage eines partizipativ ausgerichteten MultiStakeholder-Ansatzes, der Akteure aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Staat, Kultur und Medien sowie organisierte Zivilgesellschaft umfasst, wurde im Berichtszeitraum das seit Anfang 2018 laufende Projekt „Institutionalisierung des gesellschaftlichen Dialogs“ fortgeführt und inzwischen abgeschlossen. Bis Ende des Jahres 2019 arbeiteten 15 Expertinnen und Experten aus den o. g. unterschiedlichen Bereichen in Form einer Kerngruppe in verschiedenen Workshops und Arbeitstreffen zusammen, u. a. an der Institutionalisierung des gesellschaftlichen Dialogs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogs haben ein Modell (vgl. Abbildung 5) erarbeitet, wie der vom BSI initiierte Multi-Stakeholder-Dialog künftig vertieft und verstetigt werden kann. Das Modell, das auf partizipativen Elementen beruht, beinhaltet die jährlich stattfindende Denkwerkstatt als inhaltlichen Knotenpunkt. In die Denkwerkstatt können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst Themenvorschläge einbringen, die anschließend in sogenannten Workstreams in einer agilen Arbeitsweise über maximal neun Monate bearbeitet werden können. Weitere Aufgabenschwerpunkte waren die Identifizierung der relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure im Feld Cyber-Sicherheit, ihrer wesentlichen Aktivitäten, Zielsetzungen und Vernetzungsstrukturen sowie die Initialisierung einer Veranstaltung, die zur Vernetzung der Akteure im Feld Wissensvermittlung und Cyber-Sicherheit beitragen soll. Multistakeholderdialog Denkwerkstatt Staat Wissenschaft Kultur + Medien Workstream Workstream Wirtschaft Zivilgesellschaft Workstream Workstream Dialogkomitee Jahresplanung (mit Dialogkomitee) Treffen im BSI Workstreams x5 Jahresabschluss (mit Dialogkomitee) Workstream Abbildung 5 Jahreszyklus des Dialogprozesses (vereinfachte Darstellung). Quelle: BSI Weitere Informationen zum Projekt und den Ergebnissen gibt es unter: www.bsi.bund.de/gesellschaftlicher Dialog (vgl. Quellenverzeichnis23: www.bsi.bund.de/ gesellschaftlicherDialog) 42 2.1.5 Information und Sensibilisierung von Bürgerinnen und Bürgern Da Cyber-Kriminelle immer häufiger den Faktor „Mensch“ als Einfallstor für ihre Angriffe mit Social-Engineering-

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