DIE LAGE DER IT-SICHERHEIT IN DEUTSCHLAND 2020 | ZIELGRUPPENSPEZIFISCHE ERKENNTNISSE UND LÖSUNGEN 2 Zielgruppenspezifische Erkenntnisse und Lösungen Fragen der Informationssicherheit sind für alle gesellschaftlichen Belange von großer Bedeutung. Das erklärt die Vielfalt von Aufgaben, mit denen sich das BSI beschäftigt. Das BSI informiert und berät Bevölkerung, Wirtschaft sowie Politik, tauscht sich mit der Wissenschaft aus und unterstützt den gesamtgesellschaftlichen Austausch zu Fragen der Informationssicherheit. So sammelt und erhebt das BSI umfangreiche Daten zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland, die durch hauseigene Experten unterschiedlicher Fachgebiete analysiert werden. Aus den Ergebnissen werden Schutzmaßnahmen und Lösungen für alle Gefährdungslagen im digitalen Zeitalter entwickelt – vom Verbraucherprodukt über die Kritischen Infrastrukturen im öffentlichen Raum bis hin zu Regierungsnetzen. Je nach Zielgruppe steht das BSI dabei unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber, mit jeweils eigenen Antworten. 2.1 Gesellschaft Online-Shopping, Wearables 4 sowie neue Bezahl- und Identifikationsverfahren: Die Digitalisierung prägt den Alltag der Bevölkerung. Doch mit ihr gehen auch zahlreiche Risiken und Gefahren einher. Laut dem Digitalbarometer 2020 5 war bereits jeder Vierte Opfer von Kriminalität im Internet. Das BSI setzt sich daher in vielfältiger Weise für mehr Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher in der digitalen Welt ein. Informationsangebote, Veranstaltungen und Warnmeldungen zu kritischen Produkten und Angeboten zählen ebenso zu den Leistungen des BSI wie der gesamtgesellschaftliche Dialog zur Informationssicherheit. Dabei sucht das BSI den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft gleichermaßen, um auch die Entwicklung des digitalen Verbraucherschutzes voranzutreiben. 2.1.1 Erkenntnisse aus Umfragen zum Bild der Gefährdungslage in der Gesellschaft Um Aussagen über die Gefährdungslage der IT-Sicherheit für die Gesellschaft zu treffen, arbeitet das BSI mit unterschiedlichen Behörden, Institutionen und Organisationen zusammen. Im Rahmen dieser Kooperationen werden Befragungen und Studien durchgeführt, deren Ergebnisse ein deutliches Abbild der Lage zeichnen. Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Digitalbarometer 2020 Das BSI und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) kooperieren, um Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Risiken und die Schutzmöglichkeiten im Internet aufzuklären. Grundlage dieser Arbeit ist das Digitalbarometer, eine gemeinsame, repräsentative Online-Befragung. In dieser wird erhoben, welche Bedeutung Sicherheit im Internet bei Privatanwenderinnen und -anwendern hat, wie sie sich über Schwachstellen und Risiken informieren und inwiefern sie sich vor den Gefahren der digitalen Welt schützen. Jeder Vierte ist Opfer  Die generelle Betroffenheit bei Bürgerinnen und Bürgern bleibt konstant: Jeder Vierte war bereits Opfer von Kriminalität im Internet, 25 Prozent von ihnen in den letzten 12 Monaten. Dabei sind den Betroffenen vor allem Betrug beim Online-Shopping (44 %) und der Fremdzugriff auf einen Online-Account (30 %) widerfahren. Die Schutzmaßnahmen bleiben weiterhin ausbaufähig. Zwar sind beispielsweise Antivirenprogramme (57 %) und sichere Passwörter (48 %) verbreitet, werden aber längst nicht umfassend eingesetzt. Zudem nutzt nur ein Viertel der Befragten automatische Updates und etwa ein Drittel eine Zwei-Faktor-Authentisierung (siehe Kapitel Zwei-Faktor-Authentisierung, Seite 47). Sicherheitsempfehlungen direkt umsetzen zahlt sich aus  Knapp über die Hälfte der Befragten kennt die aktuellen Sicherheitsempfehlungen zum Schutz vor Kriminalität im Internet. Umgesetzt werden diese in den meisten Fällen, wenn es gerade passt (41 %) oder auch direkt, nachdem eine Empfehlung zur Kenntnis genommen wurde (39 %). Auffallend ist, dass Menschen, die bereits mehrfach Opfer waren, häufiger die Sicherheitsempfehlungen erst im Problemfall umsetzen (33 %), obwohl sie diese vorab schon kannten.  Der größte Teil der Befragten informiert sich hin und wieder über Internetsicherheit (37 %), jeder Vierte nie. Besonders wichtig ist den Befragten die Sicherheit beim Online-Banking (60 %) und Online-Shopping (40 %). Etwa jeder vierte Befragte erhält die Sicherheitsempfehlungen durch das BSI und kennt die Webseite von „BSI für Bürger“ (27 %). Wunsch nach Orientierung für den Notfall Die Gruppe mit dem größten Anteil (36 %) hat sich nach einer Straftat selbst geholfen. Das entspricht auch dem Wunsch nach Informationen: Mehr als die Hälfte der Betroffenen halten eine Checkliste für 4 I ntelligente elektronische Geräte die am Körper getragen werden, wie z. B. Fitness-Tracker in Form von Armbändern oder Smart watches, digitale Brillen u. ä. 5 Bürgerbefragung zur Cyber-Sicherheit von BSI und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes 39

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