Handlungsfeld 4 Aktive Positionierung Deutschlands in der europäischen und
internationalen Cyber-Sicherheitspolitik
Strategische Ziele und Maßnahmen
Eine wirksame europäische
Cyber-Sicherheitspolitik aktiv gestalten
Die Cyber-Verteidigungspolitik der
NATO weiterentwickeln
Cyber-Sicherheit international
aktiv mitgestalten
Sicherheit ist für den gemeinsamen digitalen Binnenmarkt ein Grundpfeiler. Deutschland wird sich dafür einsetzen, dass IT-Sicherheit bei allen Digitalisierungsprozessen angemessen berücksichtigt wird, unter anderem
durch eine auf Datensicherheit beruhende europäische
Daten-Standortpolitik und durch Berücksichtigung von
Datenschutz bei europäischen Regeln für den internationalen Datenaustausch.
Das Nordatlantische Bündnis ist als ein Eckpfeiler der
Sicherheit Deutschlands sowie der euroatlantischen Sicherheit auf einen ausreichenden Schutz vor Angriffen aus
dem Cyber-Raum angewiesen, um seine Kernaufgaben
insbesondere im Bereich der kollektiven Verteidigung
und bei internationalen Stabilisierungseinsätzen erfüllen zu können. Im Rahmen der Anpassung an das sich
verändernde Sicherheitsumfeld muss die Allianz auch ihre
Cyber-Verteidigungspolitik weiterentwickeln. Deutschland wird sich in diesen Prozess gestaltend einbringen.
Ziel ist es, die Resilienz der Alliierten und der Allianz insgesamt kontinuierlich zu erhöhen und nicht zuletzt im
Kontext hybrider Bedrohungen die Abschreckungs- und
Verteidigungsfähigkeiten zu steigern. Die Anerkennung
des Cyber-Raums als Operationsraum durch die NATO
trägt der gewachsenen Bedeutung der Cyber-Verteidigungspolitik Rechnung.
Innerhalb der Staatengemeinschaft sind Staaten und
Regionen digital sehr unterschiedlich weit entwickelt. In
den einschlägigen Foren werden zum Teil divergierende
politische und wirtschaftliche Ziele verfolgt. In den Vereinten Nationen wird Deutschland weiterhin Anstöße in
den Debatten zur Anwendung des Völkerrechts auf Handlungen von Staaten und nichtstaatlichen Akteuren geben:
Zur Ergänzung des völkerrechtlichen Normensystems
wird sich Deutschland hinsichtlich der Entwicklung von
Normen, Regeln, Prinzipien sowie weiteren Empfehlungen für verantwortliches Staatenverhalten im Cyber-Raum
besonders einbringen. Zudem wird Deutschland sich auch
angesichts internationaler Cyber-Bedrohungen für Maßnahmen zur Wahrung internationaler Stabilität und eine
Stärkung der Kapazitäten der Vereinten Nationen in diesem Bereich einsetzen. Dabei unterstützt Deutschland
Überlegungen, wie auf globaler Ebene mit dem Problem
der Zuordnung von Cyber-Angriffen umgegangen und
der in diesem Rahmen essenzielle Informationsaustausch
gefördert werden kann. Wirtschaftsspionage und Cyber-
EU-Pilotprojekte, bei denen die rechtlichen und technischen
Fragen im Zusammenhang mit der grenzüberschreitenden
Verarbeitung und Nutzung von Daten adressiert werden,
sollen unter deutscher Beteiligung erfolgen. Wichtige Elemente sind die grenzüberschreitende Anwendung der elektronischen Identifizierung, der qualifizierten elektronischen
Signatur, des elektronischen Siegels für Unternehmen und
Behörden sowie anderer elektronischer Vertrauensdienste.
Zudem wird sich Deutschland für die stärkere Berücksichtigung von Cyber-Sicherheit als Thema der Gemeinsamen
Außen- und Sicherheitspolitik einsetzen. Des Weiteren wird
die Bundesregierung die deutsche IT-Sicherheitsforschung
darin unterstützen, sich auf europäischer Ebene zu vernetzen und in EU-Maßnahmen zu positionieren, um eine aktive
Rolle bei der Gestaltung der europäischen Forschungslandschaft und der Forschungsprogramme zu übernehmen.
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Angriffe müssen durch internationale Regelungen erschwert werden, die über die deutschen und europäischen
Grenzen hinweg durchsetzbar sind. Deutschland wird insbesondere internationale Bemühungen für eine Stärkung
der Exportkontrollregime mit Blick auf Überwachungstechnologien aktiv unterstützen. Angesichts der Eskalationsgefahr durch Vorfälle im Cyber-Raum müssen Maßnahmen zur Vertrauensbildung umgesetzt, weiterentwickelt und ausgebaut werden. Dafür können bestehende
Foren und Partnerschaften genutzt werden. Den Arbeiten
in der OSZE, an denen sich Deutschland von Beginn an
beteiligt hat, kommt insoweit eine Vorreiterrolle zu.
Die Bundesregierung wird zudem die Gründung eines
deutschen Instituts für internationale Cyber-Sicherheit
initiieren. Dessen Ziel soll es sein, Wirtschaft, Wissenschaft
und staatliche Organisationen im Interesse von internationaler Stabilität und Krisenprävention einzubeziehen und
Regierungen als verlässlicher und unabhängiger Kompetenzpartner beratend zur Verfügung zu stehen.
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