Handlungsfeld 2 Gemeinsamer Auftrag von Staat und Wirtschaft Strategische Ziele und Maßnahmen Kritische Infrastrukturen sichern Unternehmen in Deutschland schützen Die deutsche IT-Wirtschaft stärken Der Schutz Kritischer Infrastrukturen steht im Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten von Staat und Wirtschaft. Angesichts der Vernetzung der Systeme kommt dabei dem Schutz der IT Kritischer Infrastrukturen besondere Bedeutung zu. Dies ist eine ressortgemeinsame und gesamtstaatliche Aufgabe der Cyber-Abwehr und -Verteidigung, da innere und äußere Sicherheit im Bereich Cyber eng zusammenfallen. Bei der Umsetzung der mit dem IT-Sicherheitsgesetz getroffenen Vorgaben müssen Staat und Wirtschaft (unter anderem im Rahmen der öffentlich ­privaten Partnerschaft des UP KRITIS) auf allen Ebenen eng zusammenarbeiten und einen vertrauensvollen Informations austausch etablieren. Mindeststandards und Meldewege werden gemeinsam mit der Wirtschaft erarbeitet, umgesetzt und fortentwickelt. Zudem wird die Ausweitung solcher Präventions- und Reaktionspflichten auch auf andere Unternehmen von hoher gesellschaftlicher Relevanz geprüft. Die Bundesregierung wird ihre Sensibilisierungs- und Unterstützungsangebote für die deutsche Wirtschaft ausbauen und stärker vernetzen. Gerade mittelständische Unternehmen müssen in die Lage versetzt werden, sich wirksam vor den Gefahren im und aus dem Cyber-Raum zu schützen, um die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen in vollem Umfang nutzen zu können. Umsetzungsstrategien dazu sind gemeinsam durch Staat, Wissenschaft und Wirtschaft zu entwickeln. Unternehmen sollen durch den Staat konkret dabei unterstützt werden, das für sie notwendige IT-Sicherheitsniveau zu erreichen. Das Vertrauen zwischen Unternehmen und Behörden in Diskretion und Professionalität im Umgang mit sensiblen Sachverhalten spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Cyber-Sicherheit in Deutschland erfordert eine starke und innovative deutsche IT-Wirtschaft. Grundlage sind die Identifikation von Schlüsseltechnologien im IT-Sicherheits- und Verteidigungsbereich aus der Hand von vertrauenswürdigen IT-Herstellern sowie sichere Netzinfrastrukturen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen IT-Sicherheitswirtschaft zu stärken, wird die Bundesregierung das Qualitätsmerkmal „IT-Security Made in Germany“ fördern und Außenwirtschaftsinstrumente ausbauen. In nationalen Schlüsseltechnologiefeldern sind die Vernetzung mit der nationalen IT-Sicherheitswirtschaft zu stärken und – wo möglich und sinnvoll – eigene Kapazitäten aufzubauen, zu fördern und zu schützen. 22 | Cyber-Sicherheitsstrategie Es bedarf darüber hinaus eines breiteren Portfolios qualifizierter, vertrauenswürdiger Dienstleister, zum Beispiel für IT-Sicherheitslösungen, Forensik, Angriffserkennung und -reaktion. Auch hier sollen die Anwender zukünftig auf einen breiteren Markt von Dienstleistern zurückgreifen können. IT-Unternehmen werden durch die Bundesregierung im Kontext spezieller Forschungsprogramme gefördert. Sie entwickeln in gemeinsamen Projekten mit Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und anderen Partnern aus der Wirtschaft innovative Ansätze für neue Produkte und Dienstleistungen. Zur Abwehr von Cyber-Kriminalität und Cyber-Spionage gegen Unternehmen leisten insbesondere die „Zentrale Ansprechstelle Cyber-Crime der Polizeien der Länder und des Bundes“ sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wesentliche Beiträge. Die Bundesregierung wird zudem Angebote wie die Allianz für Cyber-Sicherheit, das „German Competence Center against Cyber-Crime (G4C)“, die Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ sowie die „Initiative Wirtschaftsschutz“ gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ausbauen und – auch zur Schaffung von Synergieeffekten – stärker vernetzen. Cyber-Sicherheitsstrategie | 23

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